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Roger Köppel

Mehr Schweiz, weniger Staat

 

Die Schweiz erlebte in den letzten dreissig Jahren einen markanten Ausbau der Staatsausgaben und der Steuerbelastung. Immer mehr Regulierungen, Vorschriften und Verbote machen den Unternehmen das Leben schwer. Im Zuge einer naiven politischen Europagläubigkeit sprang auch der einst solid geführte Alpenstaat auf den Zug des Etatismus auf. Die meisten Zeitungen, vom Staatsfernsehen nicht zu sprechen, haben diese Entwicklung übersehen und das galoppierende Staatswachstum in der Schweiz bejubelt bzw. alle politischen Kräfte verteufelt, die sich dieser Entwicklung entgegenstemmten. Vor diesem Hintergrund fällt dem ernsthaften Journalismus seine klassische Rolle zu. Nicht Opium fürs Volk und Zerstreuung sind gefragt, sondern staatskritische Recherchen. Die Weltwoche hat sich diesem Programm verschrieben. Indem sie dies tut, wirkt sie konstruktiv. Wer Probleme anspricht und Verantwortliche beim Namen nennt, ist bereits Teil des Prozesses, der am Ende zur Lösung führt.

 

Zur Person:

Roger Köppel, geboren 1965, startete seine journalistische Laufbahn 1988 bei der NZZ und arbeitete dort während sieben Jahren in unterschiedlichen Ressorts, unter anderem im Sport und in der Filmredaktion. 1995 schloss Köppel sein Studium der Politischen Philosophie und Wirtschaftsgeschichte in Zürich ab. Beim Tages-Anzeiger war er ab 1994 Kulturredaktor. Drei Jahre später wurde er zum Chefredaktor des Tages- Anzeiger-Magazins berufen, 2000 wurde er stellvertretender Chefredaktor des Tages-Anzeigers. 2001 nahm Köppel das Angebot an, die Weltwoche als Chefredaktor zu führen. 2004 wechselte Köppel in der Funktion des Chefredaktors zur Tageszeitung «Die Welt» in Berlin. Ende 2006 schliesslich übernahm er die von ihm neu gegründete Weltwoche Verlags AG und amtet seither als deren Verleger und Chefredaktor.